Kommunale Wärmeplanung


Kommunale Wärmeplanung Markt Weilbach – Zukunft gemeinsam gestalten

Der Markt Weilbach hat im Zeitraum März 2025 bis Januar 2026 eine kommunale Wärmeplanung erarbeitet, um frühzeitig die Weichen für eine klimafreundliche, bezahlbare und langfristig sichere Wärmeversorgung zu stellen.

Warum Wärmeplanung?

Rund 50 % des Energieverbrauchs entfallen auf den Wärmesektor – vor allem fürs Heizen und die Warmwasserbereitung. Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, auf Grundlage belastbarer Daten aufzuzeigen, wie die Wärmeversorgung künftig klimaneutral und wirtschaftlich gestaltet werden kann.

Was wurde untersucht?

Die Wärmeplanung umfasst eine umfassende Bestandsaufnahme des Energieverbrauchs, der Gebäudestrukturen und der vorhandenen Heizsysteme. Darauf aufbauend wurden Potenziale u. a. für Biomasse und Biogas, Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie), Umweltwärme (Wärmepumpen) sowie, als Strombasis, Windenergie und mögliche Abwärmequellen untersucht.

Zentrale Erkenntnisse aus der Wärmeplanung für den Markt Weilbach:

  • Der Wärmeendenergiebedarf in Weilbach liegt bei knapp 50.000 MWh/a und verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Sektoren: ca. 56 % Industrie, ca. 35 % private Haushalte, ca. 6 % Gewerbe, Handel & Dienstleistungen, sowie knapp 3 % kommunale Liegenschaften.
  • Biomasse deckt heute knapp 9 % des Wärmeendenergiebedarfs. Technische Potenziale: ca. 10.417 MWh/a (Waldderbholz) plus ca. 1.833 MWh/a (Flur- und Siedlungsholz); Biogas technisch ca. 2.306 MWh/a.
  • Solarenergie auf Gebäudedächern hat das größte Potenzial. Dach-PV theoretisch ca. 16.427 MWh/a Strom; Solarthermie ca. 2.716 MWh/a Wärme. Freiflächenanlagen sind wegen hoher Raumwiderstände stark begrenzt.
  • Umweltwärme (Luft, Erdreich & Wasser) ist flächendeckend nutzbar; Luft-Wärmepumpen sind aufgrund durchschnittlich ca. 9–10 °C gut geeignet, Erdwärmesonden bis ca. 100 m grundsätzlich möglich (standortspezifisch zu prüfen).
  • Abwärme ist grundsätzlich vorhanden, wird aktuell aber nicht für eine externe Wärmeversorgung bereitgestellt. Abwasser- oder Flusswasserwärme sind nur bei geeigneten Wärmesenken und kurzen Leitungslängen sinnvoll.
  • Nahwärme sollte in Weilbach in zwei Prüfgebieten vertieft geprüft werden: Gewerbegebiet Weilbach-Süd und Unterdorf. Für alle übrigen Teilgebiete werden dezentrale Lösungen priorisiert.

Wie geht es weiter?

Die kommunale Wärmeplanung ist als strategischer Fahrplan zu verstehen. Für Gebäudeeigentümer ergeben sich aus der Wärmeplanung aktuell keine unmittelbaren Auswirkungen. Ein Satzungsbeschluss der Gemeinde, der die Vorgaben aus dem Gebäudeenergiegesetz auslöst, soll derzeit im Juni 2028 gefasst werden. Mögliche Nahwärmelösungen in den Prüfgebieten werden in separaten Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen vertieft und anschließend politisch entschieden. Bürgerinnen und Bürger sollten die weiteren Planungen der Gemeinde verfolgen und insbesondere in den Prüfgebieten sowie angrenzend bei Interesse an einem Anschluss an ein Nahwärmenetz dies frühzeitig signalisieren.

Weitere Informationen

Alle Ergebnisse werden öffentlich zugänglich gemacht (siehe weiter unten). Bei Fragen wenden Sie sich gerne an die Gemeindeverwaltung.

Fördermöglichkeiten

Bürgerinnen und Bürger können für Sanierungen und Heizungstausch zahlreiche Förderprogramme nutzen. Aktuelle Informationen zu Förderprogrammen, weitere Unterstützungsmöglichkeiten oder Anlaufstellen finden Sie hier:

  • Energie-Effizienz-Experten – Expertinnen und Experten für energieeffizientes Bauen und Sanieren für Wohn- und Nichtwohngebäude.
  • Verbraucherzentrale Energieberatung – bundesweite Beratungsangebote für private Haushalte (bspw. mit Angebotsvergleich für Wärmepumpen).
  • GIH Bayern – Über diese Plattform finden Sie geprüfte Energieberater in Bayern.
01 Quartier Gewerbegebiet Weilbach-Süd
02 Quartier Siedlung
03 Quartier Oberdorf
04 Quartier Weckbach
05 Quartier Weilbach
06 Quartier Unterdorf
Gesamtbericht Wärmeplan Markt Weilbach